13. September 2015 : Borkener Bike+Run

Quelle: www.borkenerzeitung.de

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Der Handschlag zum Abschied der Aktiven vom Chef-Organisator besiegelt regelmäßig Wiedersehen-Garantieren. „Bis nächstes Jahr“, bekam Christian Niehaves von der SG Borken regelmäßig zu hören. Ihnen allen konnte er bereits ein konkretes Datum mit auf den Heimweg geben. Am 11. September 2016 sieht man sich wieder. Dann soll der „Bike+Run“ mit der zweiten Auflage in Serie gehen.

Am Sonntagmorgen hatte das nächste sportliche Kind der Kreisstadt das Licht der Welt erblickt. Bei der Premiere gab’s drei siegreiche Pärchen. Das war im Vorfeld klar. Nicht aber, dass sich auch die Veranstalter als Gewinner fühlen dürften. Schließlich blieb das Restrisiko einer Freiluftveranstaltung. Und die Fragen: Wie wird dieses Event tatsächlich angenommen?

90 Duos machten sich auf den Weg rund um die Netgo-Arena, wo das Herz der Veranstaltung schlug. „Die Zahl ist für das erste Mal in Ordnung“, sagte Niehaves, der ursprünglich auf eine dreistellige Zahl gehofft hatte. Immerhin: Kurzfristig hatten sich noch einige Laufpaare angemeldet. Der Wettervorhersage sei Dank. Denn Wasser von oben gab’s nicht. Nur der Schweiß floss in Strömen.

Wenn der Vater mit dem Sohne, der Opa mit dem Enkel oder sich Geschwister auf den Weg machen – dann ist das ein „Familien-Event“ im Reinformat. „Und so sollte es auch sein“, sagte Niehaves. Vom Klapprad bis zur Hightech-Maschine – der Fuhrpark des „Bike+Run“ war ein Spiegelbild der Ambitionen der Athleten. Aber bei aller Zweisamkeit: Auch der sportliche Charakter und der Ehrgeiz blieb nicht auf den drei Strecken.

Und nicht nur Ausdauer war gefragt, sondern auch Taktik. Die hatten sich die Sieger über die Halbmarathon-Distanz, Marcel Eckers und Fabian Bußkönning vom LAZ Rhede, vorher zurechtgelegt. Alle vier Kilometer wollten sich die beiden Leistungssportler mit Radfahren und Laufen abwechseln. „Aber als wir merkten, dass für uns der Sieg drin sitzt, haben wir unsere Taktik geändert“, erklärt Bußkönning. Etwa ab der Hälfte der 21-Kilometer-Distanz wechselten sie sich bereits alle 1000 Meter ab. Kurze, knackige Laufintervalle, dann Regeneration im Sattel. Die Idee funktionierte, beide gewannen in einer bemerkenswerten Zeit: 1:13:46,8 Stunden.

„Die Veranstaltung war top organisiert. Es hat Spaß gemacht. Ich komme wieder“, sagte auch einer, dessen Start-Ankündigungen sich regelmäßig wie Drohungen für die Konkurrenz anhörten. Der Borkener Simon Janzen, jüngst Doppelsieger über fünf und zehn Kilometer beim Burglauf in Gemen, musste sich beim Bike+Run über die Marathon-Distanz allerdings mit dem dritten Platz anfreunden. „Kein Problem“, so der 30-Jährige, der mit seinem Team-Kollegen vom Lex Bocholt Running-Team lief und fuhr. Janzen nahm die Veranstaltung gerne zur Vorbereitung für seinen Marathon Anfang Oktober in Köln mit.

Auch die Geschwister Carolin und Felix Knüwer gehörten jüngst zu den Seriensiegern bei Volksläufen in der Region. Jetzt trugen sie sich als erste Sieger über 10,5 Kilometer ein. Ihre Zeit: 39:12,2 Stunden. Die Hauptarbeit im Laufschritt verrichtete allerdings Felix. „Ich habe einen Tag vorher noch einen Triathlon-Wettkampf absolviert“, erklärte Carolin die Rollenverteilung, ehe die Geschwister aus Heiden zur Siegerehrung schritten.

Aber nicht nur die ganz großen Triumphe, sondern auch die kleinen Geschichten am Rande gehörten zu diesem sportlichen Tag in Borken. Wie die von einem Team aus Gladbeck, bei denen sich auf der Anreise die Radhalterung auf dem Auto gelöst hatte. Von der Autobahn aus informierten sie Niehaves über die sich anbahnende Verspätung. Und tatsächlich kamen sie 20 Minuten zu spät zum Start – und durften trotzdem noch auf die Strecke. „Das gehört sich einfach so“, begründet Niehaves sein Taktgefühl. Und er bewies damit auch, wie gut dieser Veranstaltung der Spagat zwischen sportlichen Ambitionen und sportlichem Miteinander gelang.